Michaela Hanel
Psychologin
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MINDSHELF — Über diesen Blog

Psychologie trifft Literatur: Mindshelf.de beleuchtet psychologische Phänomene anhand von Romanen und ihren Figuren.
[Derzeit ist der Blog in Sommerpause]

Wie Vorurteile die Wirklichkeit prägen

Von Kevins, Kommoden und Kindernazis

Sie sind unpopulär, aber dauerpräsent: Wir alle haben Vorurteile. Sie entsprechen der Art, wie unser Gehirn funktioniert. Mal sind sie hilfreich, mal gefährlich. Und sie beeinflussen sogar die Realität.

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Ich lebte bereits viele Jahre in Wien, als mich eine Freundin mitnahm, zu ihrer Familie nach Niederösterreich. Dort stellte sie mich ihren Freunden vor, meinen Namen und dass ich Deutsche sei, „Aber keine Angst: keine typische.“ Nun ist es auch in Wien nicht selten, als Deutsche auf Stereotype zu stoßen, doch diese Situation war neu. Mein Deutschsein war vorher kein Thema gewesen, um das es in unserer Freundschaft ging, ich hatte keine Ahnung gehabt, dass sie mich anscheinend so sah: als Ausnahme eines wahren Klischees. In diesem Moment war ich zu irritiert, um auszusprechen, was ich dachte. Was, wenn ich gar nicht „untypisch“ bin – sondern euer Vorurteil falsch?

Wir alle haben Vorurteile
Auch wenn wir gerne zu klug dafür wären, zu aufgeklärt, zu weltgewandt: Wir alle haben Vorurteile. Sie entsprechen der Art, wie das Gehirn arbeitet und steuern uns durchaus effizient. Wir denken in Mustern und Kategorien. Man könnte sie auch „Schubladen“ nennen. Oder man könnte „Heuristiken“ sagen, das klingt ein bisschen neutraler. Heuristiken erleichtern das Leben und sind eine wichtige Hilfe dabei, die Komplexität zu reduzieren, der wir täglich ausgesetzt sind. Wenn wir an eine Tankstelle kommen, an der wir noch nie gewesen sind, kriegen wir trotzdem Benzin ins Fahrzeug, ohne darüber nachzudenken – weil wir uns automatisch verhalten, wie wir es vom Konzept „Tanke“ kennen. Erst wenn wir in Situationen kommen, für die kein Muster angelegt ist, fordert das volle Aufmerksamkeit – und überfordert damit bisweilen. Heuristiken ermöglichen uns, Situationen blitzschnell einzuordnen (Dunkle Gestalt in nächtlicher Gasse), eine Bewertung abzugeben (Gefährlich? Harmlos?) und Entscheidungen schneller zu treffen, als wir es bewusst tun könnten. Sie vereinfachen, beschleunigen und ordnen soziale Interaktionen. Sie helfen dabei, uns zurechtzufinden.

Dass wir davon oft gar nichts mitbekommen, zeigen diverse Studien. Demnach bewerten wir Menschen mit komplizierten Nachnamen im ersten Moment unsympathischer als solche, deren Nachnamen eingängig sind. Und jenen, die „Kaiser“ oder „König“ heißen, trauen wir mehr Führungskompetenz zu als Personen namens „Tölpel“ oder „Kleinschmidt“. Letzteres ist darauf zurückzuführen, dass bei „Kaiser“ oder „König“ Assoziationsnetzwerke angeregt werden, die mit Prestige, Macht und Führung verbunden sind. Ersteres eher darauf, dass unser Gehirn die Einfachheit liebt und ungern viel zu tun hat. Eingängige Namen aktivieren das Belohnungszentrum – und das wird verwechselt mit Sympathie. Würde man uns direkt befragen, ob wir glauben, dass der Charakter oder die Führungsqualität eines Menschen mit seinem Namen zusammenhängen, würden wir das vermutlich verneinen. Unser Verstand weiß, dass das Quatsch ist. Doch die Experimente zeigen auch: Unser Gehirn bewertet, ohne dass wir es merken. Und tut Dinge, von denen wir nichts wissen.

 
In dieser Welt hat das Unsichtbare Macht.
(Lozen – Kriegerin)
— S. 111
 

Die Informationsflut reduzieren
Eines zum Beispiel macht es ständig: Neue Eindrücke mit Bekanntem vergleichen, in eine vorhandene Schublade packen und gemeinsam abspeichern, was zusammengehört. Oder besser gesagt, was es für zusammengehörig hält. Denn: Neurons that fire together wire together. Das macht sich zum Beispiel die Werbung zunutze. Wenn die Autoreklame keine Infos zeigt, kein einziges technisches Detail, sondern stattdessen einen Herrn, der im schicken Anzug Ladies bezirzt oder im Park mit dem Hund herumtollt (in diesem Fall hat die Marke vier Ringe), dann wollen die Macher vor allem eins: Das Produkt mit einem Image verknüpfen, einem Lebensgefühl, das mit dem Fahrzeug selbst erstmal nichts zu tun hat. Die Häufigkeit der gemeinsamen Präsentation (Markenlogo + Lebensgefühl) ist viel entscheidender als die Frage, ob die Verknüpfung Sinn ergibt. Denn die passiert abseits des Bewusstseins. Kein Audi-Fahrer wird uns jemals erzählen, es sei diese eine Werbung gewesen, die mit dem schicken Herrn und dem Hund, die ihn letztlich zum Kauf bewegt hat. Aber die Firma weiß, dass es sich lohnt, Millionen in solche Kampagnen zu stecken. Ob Werbung oder Vorurteile: Die Mehrheit der Menschen hält sich für immun. Und liegt damit ziemlich falsch.

Markstudien erheben, welche Eigenschaften wir mit einer Marke verbinden. Und plötzlich können Autos selbstbewusst sein, Joghurts fröhlich, Hosen rebellisch. Aber auch wenn wir an Menschen denken, werden Zuschreibungen aktiv. So wird ein inneres Bild erzeugt, wenn wir Begriffe wie „Fußballfan“ hören, „Feministin“, „Frisör“, "Jurist". Eine „Jenny“ stellt man sich anders vor als eine „Gertrud“ oder „Krimhild“. „Kevin“ anders als „Bernd“ oder „Klaus“. Eine Internetseite der Harvard-Uni erforscht und erhebt Assoziationen, die wir zu Personengruppen haben. Dort kann man sich selbst testen: auf unbewusste Haltungen gegenüber Geschlechtern, Hautfarben, Dicken/Dünnen, Ossis/Wessis, ....   Das Ergebnis kann durchaus ernüchternd sein. Aber es war nicht das erste Mal, dass ich auf eigene Schubladen stieß. Ich bin ihnen zum Beispiel begegnet, als ich einen guten Freund kennenlernte, seines Zeichens Sozialpädagoge, und nichts an ihm dem Klischee entsprach. Sind Sozpäds nicht die, die... – ach, lassen wir das. Denn was passiert eigentlich, wenn wir Leuten begegnen, die nicht in unsere Schemata passen?

Was passiert mit denen, die nicht in die Schemata passen?
Man könnte meinen, dass dies dazu führen würde, die Vorurteile zu überdenken, die Kopfschubladen umzuzimmern. Doch dem scheint leider nicht so zu sein. Denn einmal verinnerlichte Klischees sind nur sehr schwer zu revidieren. Man zerlegt ja nicht gleich die ganze Kommode, nur weil irgendetwas nicht hineinpasst. Stattdessen schaffen wir Extrafächer und Ausnahmen (die die Regel bestätigen). Man muss noch nie in Deutschland gewesen sein, um freundliche Deutsche „untypisch“ zu finden. Der moderne Ahmed ist kein „richtiger“ Türke, die attraktive Kollegin keine typische Programmiererin, undsoweiterundsofort. Zu einer traurigen Meisterschaft in dieser speziellen Disziplin hat es eine meiner Großmütter gebracht. Auf die Frage nach Juden in ihrer Jugend, begann sie einige aufzuzählen. Den großzügigen Schuhverkäufer, der ihr häufig Nachlass gegeben hatte und immer charmant gewesen war. Der war nun wirklich kein typischer Jude. Und dann waren da noch die Hildegard, die Anna, der Franz und... Irgendwann hatten wir jeden durch, an die sie sich erinnern konnte. Und es waren allesamt: Ausnahmen. Jeder einzelne, dem sie begegnet war.

 

Wie Stereotype die Wirklichkeit formen


Auch heutzutage richten sie Schaden an. Sie sorgen dafür, dass Schüler mit ausländischen Namen für den identischen Aufsatz schlechtere Noten bekommen als Kinder mit deutschen Namen. Und Männer für den identischen Essay als kompetenter bewertet werden als die Kollegin, wenn er angeblich von ihr stammt. Diese Beispiele und viele mehr sind wissenschaftlich belegt. Das heißt: Bereits gefasste Vorurteile sind durch reale Leistung kaum zu entkräften. Stattdessen fließen sie (meist unbewusst) in die Bewertung dieser Leistung mit ein. Und benachteiligen so die Betroffenen.

Zum anderen ist da ein Phänomen, das sich „Stereotype Threat“ nennt. Dabei geht es nicht darum, wie Andere den Betroffenen begegnen – sondern die Betroffenen sich selbst. Es beschreibt deren Befürchtung, aufgrund der entsprechenden Stereotype anders behandelt oder bewertet zu werden. Oder durch das eigene Verhalten die Vorurteile zu bestätigen. Ironischerweise kann das die Leistung tatsächlich schmälern. Und so zu einer Bewahrheitung führen. Beispielsweise hat sich gezeigt, dass Mädchen in Mathetests schlechter abschneiden, wenn ihnen zuvor gesagt wurde, dass Jungs in diesem Test besser seien. Wird das nicht erwähnt, erreichen sie mehr. Gleiches gilt für ältere Menschen und Gedächtnistests, Afroamerikaner und Intelligenztests, Homosexuelle und den Umgang mit Kindern: Wenn ein Klischee zuvor bewusst gemacht wird, wirkt sich das auf Leistung und Verhalten aus. Und beeinflusst damit die Realität.

 
Ich gehöre zu denen, die immer nach dem Warum fragen.
(Katharina die Große - Zarin)
— S. 103
 

Ok, und warum ist das so?
Die Wissenschaft geht von drei Dingen aus, die zu diesem Phänomen beitragen. Auf der emotionalen Seite ist es Ängstlichkeit, auf der kognitiven Seite sind es Sorgengedanken und Selbstüberwachung, die wichtige Ressourcen bannen – geistige Kräfte und Aufmerksamkeit, die anderweitig gebraucht werden würden. Dass schon ein relativ geringes Maß an Stress und Ängstlichkeit viel Arbeitsspeicher im Gehirn verbraucht, belegen entsprechende Studien (Stichwort Prüfungsangst). Ein dritter Faktor ist die Motivation. Eine negative Erfolgserwartung schmälert das Engagement. Oder um nochmal Henry Ford zu zitieren: „Ob du denkst, du schaffst es oder ob du denkst, du schaffst es nicht: Du wirst Recht behalten.“

Voraussetzung für den Stereotype Threat ist ein gewisser gesellschaftlicher Konsens über die Eigenschaften, die einer Menschengruppe zugeschrieben werden. Und dass die Betroffenen sich dessen bewusst sind. Gehört man keiner potentiell benachteiligten Gruppe an, kann das Prinzip ein Booster sein. Mancher nimmt ihn sogar wahr. Und auch ich kennen beides: den Boost und den Threat. Der Donut-Shop in Chicago, an dessen Tür „No skinny bitches“ stand (oder wenn Meghan Trainor gegen solche trällert): so what, kann man drüber schmunzeln. „No fat bitches“ fände ich verletzender – ohne mich selber gemeint zu fühlen. Hungerhaken? Kein Ding. Toastbrot? Isso. Hete? Von mir aus. Es ist nicht das Gleiche wie die Dicke, der Neger, die Schwuchtel zu sein. Schmeicheleien würden zwar anders klingen. Das Verletzungspotential hält sich aber dennoch in Grenzen, weil man durch die jeweiligen Eigenschaften in der Regel nie benachteiligt wird. Und weil sie keine kränkenden Klischees beflügeln. Wahrscheinlich kennt jeder irgendwen, der es in Ordnung findet, Schwarze „Neger“ zu nennen, weil „negro“ übersetzt auch nur „schwarz“ bedeute und somit nur ein Pendant sei zu „Weißer“. Sie übersehen die Assoziationen, die dieser Begriff aktiviert. Man kennt entsprechende Diskussionen auch um Begriffe wie „Eskimo“, „Zigeuner" und „Flüchtling“: „Als ob Umbenennen die Lösung wäre!“ Wenn der Schrank, aus dem die Begriffe kommen, jedoch allzu massiv ist und die Verknüpfungen zu festgezurrt, kann aus der Perspektive kognitiver Linguistik ein neutralerer Begriff wie „Schwarzer“, „Inuit“, "Sinti/Roma" und „Geflüchteter“ tatsächlich die Möglichkeit geben, ihn auch inhaltlich neu zu besetzen.

Und wer zimmert diese ganzen Kommoden?
Zum Schluss nochmal kurz zurück zu meiner Oma. Wenn man den Eindruck hat, nur Ausnahmen zu kennen – woher kommen dann die Bilder, die die Regel sein sollen? Kann es wirklich sein, dass eigene Erfahrungen das durch Medien, Erzählungen und Propaganda vermittelte Bild nicht revidieren können? Fest steht: Medien sind Profis darin, Schubladenschränkchen zusammenzudübeln. Nicht umsonst verbannen, verbrennen, verbieten, vernichten Propagandaregime jeglicher Couleur Schriften und Filme, die nicht in ihrem Sinne sind. Und lancieren eigenes Material. Von den Nazis weiß man das natürlich. Deren Feind-Stereotype sind recht evident. Doch ironischerweise ist auch die mediale Darstellung der Täter gelegentlich unterkomplex, vor allem in Hollywood. Da wären zum Beispiel die deutschen Schurken in James-Bond-Filmen über Indiana-Jones-Episoden bis Hellboy. Nur vor diesem Hintergrund ist erklärbar, dass es der Roman Alles Licht, das wir nicht sehen 2013 in den USA zu einem kleinen Skandal gebracht hat. Darin beschreibt der Amerikaner Doerr einen deutschen Waisenjungen, für den die Naziakademie einen realistischen Weg aus der Armut darstellt. Man entwickelt fast zwangsläufig Sympathie für den Jungen: Werner ist kein verblendetes Monster. Mitleid mit einem leidenden Nazi – für Teile der US-Leserschaft war das verstörend, zu viel der emotionalen Komplexität. Da hat’s nicht nur in der Kommode gescheppert, sondern auch bei diversen Interviews mit Doerr, der sich immer wieder rechtfertigen musste. Für die meisten Deutschen und Österreicher, deren Vorfahren nicht verfolgt oder im Widerstand waren, dürfte dieser Spagat nichts Neues sein. Toll aufgegriffen wurde er unter anderem im Film Das radikal Böse (D, USA, 2013, R: Stefan Ruzowitzky).

Doch nicht nur auf der ganz großen politischen Bühne sind Medien entscheidend. Denn: Stammt mein Bild von Arbeitslosen aus meinen eigenen vielen Gesprächen mit ihnen – oder doch von RTL? Und wie sieht es mit meinem Frauenbild aus? Germany’s next Topmodel, Sophia Thomalla, Mario Barth, Harald Martenstein, diverse Sitcoms, Soaps und Hollywoodfilme scheinen sich einig darüber zu sein, wie Frauen typischerweise sind. Solche, die hilflos, hysterisch, intrigant, oberflächlich und mehr an Schuhen als an Politik interessiert sind, scheinen die Medien zu übervölkern – und in meinem Bekanntenkreis weitgehend zu fehlen. Zwar fehlen über meinen Bekanntenkreis die entscheidenden Studien, doch bei Hollywoodfilmen sieht‘s anders aus. Relativ düster übrigens.

 
Die Ideen von Wissenschaftlern leuchten in dunkle Ecken.
(Jill Tarter - Astronomin)
— S. 93
 

So sind Frauen in Filmen oft eher Deko als echte Protagonistinnen. Messbar ist das am Bechdel-Test: Den besteht ein Film bereits, wenn er mindestens zwei weibliche Charaktere enthält, die einen Namen haben und sich über etwas anderes als Männer unterhalten. Scheint machbar. Bekannte Filme, die ihn trotzdem nicht bestehen, sind alle „Star Wars“-Episoden zwischen 1977 und 1983, alle „Herr der Ringe“-Filme (2001-2003), Avatar (2009), The Social Network (2010), Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 2) (2011) – und mehr Zeit haben wir gerade nicht. Denn: Was hilft eigentlich gegen die verdammten Klischees?

Nicht immer Sophia Thomalla
Ein Ansatz ist das Ziel, „vorurteilsbewusst“ anstatt „vorurteilsfrei“ sein zu wollen. Nur das Eingeständnis, Vorurteile zu haben und nicht unabhängig von diesen bewerten zu können, führt zu Schritten wie dem von Unternehmen, Bewerbungsschreiben ohne Foto und teilweise auch ohne Namen zu fordern. In den USA ist das inzwischen Standard – und hat dafür gesorgt, dass deutlich mehr Afroamerikaner_innen zu Bewerbungsgesprächen eingeladen werden als zuvor.
Ein anderer Ansatz richtet sich an die Medien und heißt – mal wieder – Repräsentation. Bereits Kinder verinnerlichen Zusammenhänge, identifizieren sich mit Gruppen und suchen sich entsprechende Vorbilder (Toll beschrieben von Toni Morrison in Sehr blaue Augen). Eine entsprechende Sichtbarkeit von Diversität in den Medien wäre essentiell. Das fängt bei Kinderbüchern und Disneyfilmen an, geht bei Bechdeltest-fähigen Filmen weiter und hört bei der Frage noch nicht auf, wie Frauen sein und aussehen müssen, um vor einer Kamera sprechen zu dürfen oder in Talkshows eingeladen zu werden (im Bestfall nicht immer Sophia Thomalla).

Ich würde mir wünschen, dass es mehr Kinderbücher gäbe wie die Good Night Stories for Rebel Girls aus dem Hanser-Verlag. Das wurde mit einer Rekordsumme per Crowdfunding finanziert und beinhaltet Erzählungen über 100 Frauen, die es wirklich gab oder gibt und die abseits aller Klischees gewirkt haben. Sie alle sind liebevoll illustriert und jeweils mit einem Zitat versehen (s. oben). Die Eisprinzessin oder Lillyfee sucht man darin vergebens (gut, die haben auch nicht wirklich gelebt), stattdessen findet man Brenda Chapman, die als erste Frau Trickfilme bei Disney gezeichnet und bei einem Animationsfilm Regie geführt hat:

 
Damals wurde mir klar, wieso die Prinzessinnen in den Filmen immer so hilflose Wesen waren – sie alle waren von Männern erdacht.
— S. 45
 

„Außergewöhnlich“ nennt der Verlag diese Frauen. Und außergewöhnlich sind sie auch. Aber das ist immer noch besser als es so zu sagen, wie es vielleicht meine Großmutter tun würde: ein Buch voller Ausnahmeerscheinungen von dem, wie Frauen halt sind.


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Die zitierten Passagen stammen aus:
Good Night Stories for Rebel Girls: 100 außergewöhnliche Frauen
von Elena Favilli und Francesca Cavallo

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten

Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (2017)

ISBN-10: 3446256903
ISBN-13: 978-3446256903

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Originaltitel: Good Night Stories For Rebel Girls


 
 
Michaela Hanel